Donnerstag, 01.09.2022

Tirta Empul und Tampaksiring

Heute macht der Main-Blogger eine kleine Pause, da Ben Voß und Philip Monsees heute sehr gelungenen Texte über die Erlebnisse des Tages geschrieben haben. Vielen Dank dafür.

Hier nun der Bericht von Ben.

Nachdem wir unsere Sachen gepackt haben und aus unserer Unterkunft der letzten Tage ausgecheckt sind, haben wir uns auf den Weg zum Tirta Empul gemacht. Dies ist ein hinduistischer Wassertempel, der übersetzt Heilige Quellen heißt. Er befindet sich in der Nähe des Ortes Tampaksiring.

Aus dem Bus ausgestiegen wurden wir von einem riesigen und schön hergerichteten Grundstück voller Pflanzen und Tempelbauten überrascht. Vor dem Einlass in den Tempel musste jeder von uns einen Sarong anziehen. Das ist ein bunter indonesischer Rock, den man sich um die Hüfte bindet. Der Grund dafür ist der Respekt und die Höflichkeit, aber vor allem die vorgeschriebene Tradition des Hinduismus bei Tempelbesuchen. Im Tempel angekommen hatten wir nun die Chance das traditionelle Melukat-Ritual mitzumachen. Bei diesem Ritual möchte man seinen Körper und Geist reinigen sowie seine Seele erfrischen und von jeglicher negativen Energie befreien. Zudem soll es auch nicht medizinische Krankheiten heilen. Das Ritual kann man durchführen, egal welcher Religion man angehört oder an welchen Gott man glaubt.

Das Ritual begann bereits bevor wir überhaupt das Wasser betreten haben, denn zuerst mussten wir im inneren Tempelhof beten, damit wir unseren Geist befreien und uns selbst auf Gott und die Natur fokussieren.

Danach ging es in den zentralen Tempelhof. Er besteht aus zwei Pools, die mit heiligem Wasser befüllt sind, dessen Quelle der Pakerisan-Fluss östlich des Tempels ist.

Dort haben wir sehr viele Leute gesehen, die vor allem indonesisch waren. Es herrschte ziemlich viel Lärm. Das Wasser hat sich zuerst ziemlich kalt angefühlt, aber es wurde immer angenehmer. Wir haben es auf etwa 15 Grad Celsius geschätzt. Nun ging das Ritual weiter, denn es gab insgesamt 22 heilige Quellen. Davon durften wir 14 benutzen, denn von den anderen acht waren zwei dafür da, Flüche zu brechen, und sechs nur für Hindus vorbestimmt. Kurz bevor wir zu den Quellen kamen, haben uns unsere balinesischen Freunde nun noch mal genau erklärt, was wir machen müssen.

Zuerst haben wir uns dreimal das Gesicht gewaschen, dreimal Wasser aus dem Mund ausspucken und dreimal das Wasser trinken. Als letztes hat man sich die Haare gewaschen und dabei Gott gedankt. Bei der letzten Quelle hat man sich zum Schluss noch etwas gewünscht.

Ich muss gestehen, während des Rituals habe ich mich wirklich fokussiert und sehr entspannt gefühlt. Den Lärm der Menschenmasse habe ich komplett ausgeblendet. Hätte ich die Möglichkeit das Ritual zu wiederholen, würde ich es jederzeit machen. Selbst jetzt spüre ich es noch. Ich bin wirklich froh, diese Chance genutzt zu haben.

 

Und hier auch der Erfahrungsbericht von Philip Monsees

Heute ist der 1. September 2022 und wir begannen diesen Tag mit dem Besuch eines Hinduistischen Tempels. Um diesen Tempel überhaupt betreten zu können, mussten wir unseren Unterkörper mit einem Sarong bedecken.

Im Tempel angelangt war ich überwältigt von der Natur und dem Tempel selbst. Es war eine große Anlage mit vielen offenen Gebäuden und 3 Becken mit heiligem Quellwasser.

Wir konnten, obwohl wir selbst keine Hindu sind, an einer wirklich einzigartigen Zeremonie teilnehmen. Diese war freiwillig und sieben von uns (vier Deutsche und drei unserer Austauschpartner) haben sich dazu entschieden teilzunehmen. Der Sinn der Zeremonie ist, seinen Körper und seine Seele zu reinigen. Wir und alle, die nicht an der Zeremonie teilnahmen, haben zudem auch noch einige allgemeine Informationen von einem Tempelführer erhalten, derauch Teile der Zeremonie gezeigt hat.

Da Riyu (einer unserer Austauschpartner) schon einmal diese Zeremonie durchgeführt hat, war er derjenige, der uns alles gezeigt hat. Man startet im 1. Becken und stellt sich in einer Reihe auf. An Der Wand sind Vorrichtungen aus denen das heilige Wasser kommt. Wenn man vor diesen Vorrichtungen steht, fängt man an mit einem Gebet, dies ist ganz simpel. Man sagt einfach dreimal „Um“ in seinen Gedanken. Dann wäscht man sich dreimal das Gesicht, spuckt dreimal das Wasser aus, trinkt es dreimal und zum Schluss hält man seinen Kopf unter den Wasserstrahl. Das Ganze macht man dann an mehreren Stationen und bei der letzten darf man noch einen Wünsch äußern. Was mir bei dem Alledem aufgefallen ist, dass es, wenn man wirklich in seinen Inneren war, alles um einen still wurde, obwohl es in Wirklichkeit sehr laut war.

Mein Fazit: Ich bin sehr dankbar, dass ich heute diesen Tempel besucht habe und ich habe mir vorgenommen, wenn ich nochmal hier sein sollte, werden ich wieder an der Zeremonie teilnehmen.

Morgen besuchen wir die Berufsschule der Harapan-Stiftung, auf die auch schon einige unserer balinesischen Gastschüler gehen (sie sind auf Grund von der coronabedingten Pause einfach aus der Junior-Highschool herausgewachsen). Auch der Besuch des Hauptsitzes der Harapan-Stiftung in Denpasar und Souvenirs-Schoppen steht auf dem Programm.

See you tomorrow!