Montag, 29.08.2022

Sport und Spiele

Heute haben wir den Tag in der Schule verbracht und bei weitem nicht nur Sport getrieben und Spiele gespielt.

Der Tag begann wie jeden Montag mit einer militärischen Flaggenparade. Auch wenn es für uns Deutsche befremdlich wirkt, wenn junge Menschen im Gleichschritt gehen, ins Stillgestanden befohlen werden oder salutieren, so dürfen wir niemals den historischen Kontext vergessen.

In unserer Geschichte wurde die paramilitärische Ausbildung von Kindern und Jugendlichen für den Transport einer Ideologie genutzt. Hier in Indonesien dient es weder zu Ausbildungszwecken noch zum Transport einer Ideologie. Diese Flaggenparade dient dem Gedenken an all diejenigen, die dafür gekämpft haben, sich von der japanischen Besetzung im zweiten Weltkrieg und der niederländischen Unterdrückung zu befreien. Zwischen 1945 und 1949 fand der indonesischen Unabhängigkeitskrieg statt, da die Niederlande nach dem Ende des zweiten Weltkrieges wieder Ansprüche auf die frühere Kolonialherrschaft erhoben. Erst 1949 nach äußerst blutigen Kämpfen – die indonesische Arme war den Niederländern in Ausbildung und Technik weitaus überlegen – gelang es, die Unabhängigkeit auszurufen und die Souveränität zu deklarieren. Anders als in Deutschland hat hier die Armee für Freiheit, Unabhängigkeit und Frieden gekämpft, darauf ist man hier zurecht stolz, aber auch im Andenken an die vielen Gefallenen. Zu diesem Gedenken dient der allmontägliche Fahnenapell.

Die Zeremonie ist straff organisiert und endet nach dem Hissen der indonesischen Fahne mit dem Verlesen der Pancasila, den Grundpfeilern der Demokratie Indonesiens.

  1. Das Prinzip der All-Einen Göttlichen Herrschaft (Pflicht der Zugehörigkeit zu einer der fünf großen Weltreligionen) (Ketuhanan Yang Maha Esa)
  2. Humanismus/Internationalismus (Kemanusian / Internationalisme)
  3. Nationale Einheit (Persatuan Indonesia)
  4. Demokratie (Permusyawaratan/perwakilan)
  5. Soziale Gerechtigkeit (Keadilan Sosial)

Quelle: Wikipedia

Nach dem Fahnenapell konnten dann die Spiele beginnen – oder war es doch eher Sport? Es handelt sich bei den Aktivitäten tatsächlich um traditionelle Spiele mit sportlichem Wettkampfcharakter. Auch sind uns diese nicht unbekannt. Es handelt sich um Stelzen(wett)lauf und Gruppenskifahren. Doch gerade der Stelzenlauf erwies sich als besonders anspruchsvoll, da uns die Verwendung der Stelzen doch sehr unbekannt ist (Die Bilder geben eindeutigen Aufschluss).

Im Anschluss an diese sportliche Herausforderung bereiteten wir den Biounterricht vor, indem wir in einem nahegelegenen tropischen Wald unterschiedlichste Pflanzenbestandteile sammelten, um diese dann mit den von der Professor-Nowak-Stiftung gestifteten Mikroskopen auf Zellebene zu untersuchen. Der tropische Wald ist auf Grund seiner Fülle an Flora und Fauna einfach überwältigend! Auf unserem kleinen Hike haben wir zudem den Reisanbau, das Bewässerungssystem (Subak), die Primary-School mit wirklich fröhlichen Kindern und die Kirche der ersten christlichen Gemeinde auf Bali sehen dürfen.

Nach dem Lunch habe wir eine weitere Übungseinheit im Gamelan erhalten, damit wir das bei allen Einheimischen bekannte Stück bei der großen Abschiedsfeier auch richtig intonieren können. Auch hatten wir die Gelegenheit, unsere am Mittwoch begonnen Souvenirs zu beenden. Die sind richtig toll geworden – seht selbst.

Der Tag in der Schule hat allen sehr große Freude bereitet, wie man den Bildern entnehmen kann – und das Lernen kam bestimmt nicht zu kurz.

Morgen geht es in den Distrikt Kintamani, in dem auch der Vulkan Batur liegt, ein weiters Highlight, auf das sich alle freuen.

Auch heute gibt es wieder zwei Berichte von den Erlebnissen in den Familien: Diesmal von Alexa und Nicole zum heutigen Tag. Vielen Dank an euch beide und allen eine erholsame Nacht!  

 

Was ich nach der Schule tat – von Alexa Thurow

Da unser Schultag recht spät endete, wurden wir ca. um 16 Uhr von meinem Gastvater mit dem Auto abgeholt, sodass wir nur wenige Minuten später unser zu Hause erreicht hatten. Dort haben meine Partnerin und ich unseren Ausflug zum Strand geplant, den wir am Abend noch mit einigen anderen besuchen wollten, um dort eine schöne Zeit zu verbringen. Gegen 17 Uhr wurden wir erneut vom Vater mit dem Auto gebracht, wodurch ich viele neue Gegenden zusehen bekam, die ich zuvor noch nicht gesehen hatte. Da Feierabendverkehr angesagt war, hat die ganze Strecke ca. 40 Minuten lang gedauert, welche sich jedoch nicht so angefühlt hatte, da mir einiges über die Gegend erzählt und erklärt wurde. Als wir endlich den Strand erreicht hatten, waren Philip, Ben, Cheyenne, Riyu, Sastra und Aleksa bereits im Wasser, während andere am Strand saßen und sich dort unterhielten. Schließlich ging ich zu den anderen ins Meer, um an der Wasserschlacht teilnehmen zu können. Gegen 19 Uhr haben wir uns alle wieder aufgeteilt, so dass einige ins Restaurant zum Essen gegangen sind und die anderen wie ich, zurück nach Hause zum Abendessen gefahren sind. Meine Familie und ich hatten Tempe Tofu mit Suppe, welches sehr lecker war. Um uns für den morgen anstehenden Tag vorzubereiten, haben wir unsere Taschen gepackt und da wir beide etwas erschöpft vom heutigen Tag waren, bin ich früher als sonst ins Bett gegangen, um diesen wunderschönen Tag verarbeiten zu können und die neuen Eindrücke im Gedächtnis zu behalten.

 

Ein Montag auf Bali - von Nicole Babinsky

Heute früh gab es gebratene Toasts zum Frühstück, die entweder mit Marmelade oder einer Art Nutella gefüllt waren. Danach sind Ardine und ich zur Schule gefahren, wo wir alle kurz nach unserer Ankunft auch schon zum Schulhof gebeten wurden, um an der „Flag Ceremony“ teilzunehmen. Jeden Montag wird dieses Ritual an der Schule durchgeführt, um die Unabhängigkeit Indonesiens zu ehren. Für mich war es sehr interessant und gleichzeitig ziemlich befremdlich, zu sehen, andere Menschen meines Alters salutieren zu sehen. Nach dieser Zeremonie, haben wir uns alle umgezogen, um dann am dortigen Sportunterricht teilzunehmen. Wir haben ausprobiert, auf Stelzen zu laufen, was gar nicht so einfach war, wie es sich vielleicht anhören mag. Nach einem weiteren sportlichen Spiel, gab es eine kurze Pause, bevor wir uns dann auf den Weg gemacht haben, einige Pflanzen aus der Umgebung zu sammeln, die wir im Anschluss mit Mikroskopen untersucht haben.

Auch haben wir an unserer Gamelan Performance gearbeitet, die wir am Ende unseres Austausches vorführen werden. Und das erste Mal seit unserer Ankunft haben einige von uns selbst ausprobiert, zum Mittagessen nur mit Händen zu essen. Bei dem Hähnchen war das noch relativ einfach, aber spätestens beim Reis wurde es schwierig. Nach einer erneuten Gamelan Probe, haben wir dann die selbst gebastelten Souvenirs angemalt, die wir bereits im Voraus begonnen hatten. Damit war der Schultag gegen 16.00 Uhr auch schon vorbei, so dass Ardine und ich dann wieder zurück zum Haus ihrer Oma gefahren sind, bei der wir für den Zeitraum des Austauschs beide leben. Zirka eine halbe Stunde später haben wir uns auf den Weg zum Strand gemacht, wo wir uns mit den anderen treffen und einfach nur Zeit gemeinsam verbringen wollten. Während der Rückfahrt haben wir dann noch kurz bei einem kleinen Supermarkt angehalten, um für den nächsten Tag ein paar Snacks zu kaufen. Zum Abendessen gab es Spaghetti Aglio e Olio, die ein Freund von Ardines Cousin gekocht hat. Dazu gab es selbst gemachten traditionellen Zitronentee, der ein wenig bitter geschmeckt hatte, aber dennoch sehr lecker war.