Samstag, 03.09.2022

Rumah Desa - Leben im traditionellen Dorf

Wer glaubt, dass das Leben auf dem Land langweilig oder eintönig ist, der irrt sich gewaltig.

Heute führte unser Weg nach Rumah Desa, ein Dorf Mitten im Herzen Balis umgeben von Reisfeldern in idyllischer Lage. Rumah Desa heißt übersetzt „Haus in einem Dorf“ und genau das wird hier in allen Details gezeigt. Angefangen vom Aufbau der gesamten Hausanlage, zu der viele kleine Gebäude gehören. Hierzu zählen natürlich ein Tempel, Wohnstätten, Lager für Reis und das „Reproduktion House“. Jeder mag sich selbst sein Urteil über die Funktion dieses Gebäudes machen, aber so viel sei gesagt: dort gibt es kein Fernsehen, kein Internet, keine Büche – nur ein Bett.

Darüber hinaus haben wir heute Einblicke in die balinesische Schrift und Sprache erhalten, den Reisacker bereitet und Reispflanzen gesetzt, Kokosnüsse geöffnet, Kokosraspel gemacht, um aus diesen das wertvolle Kokosöl heraus zu koch. Wir haben gesehen, wie balinesisches Essen und Medizin zubereitet wird – die Verfahren unterscheiden sich gar nicht zu weit voneinander. Auch die Vorberietung der täglichen Opfergaben stand auf der Agenda.

Das wirklich außergewöhnliche zum modernen Leben in den Städten ist jedoch, dass die traditionellen Hausgemeinschaften die komplette Familie angefangen von den (UR-) Großeltern bis hin zu allen (Ur-) Enkeln umfasst. In dieser Hausgemeinschaft leben zurzeit 39 Menschen (natürlich nicht immer, da auch hier der Wandel in der Gesellschaft nicht vorübergegangen ist und somit einige auch Wohnstätten in der Stadt haben). Die Anlage ist so groß und weitläufig, dass sie die gesamte Hausgemeinschaft ernähren kann. Es gibt Bananenbäume, Kakaopflanzen, verschiedenste Fruchtarten, Kokospalmen und natürlich auch einige Reisfelder, auf denen drei Ernten im Jahr eingebracht werden können – pro Feld wohlgemerkt. Möglich wird dieses durch das ausgeklügelte Bewässerungssystem (Subak), welches von den Wasserspeichern der Vulkanseen gespeist wird, und natürlich das tropische Klima.

Ein großes Highlight des Tages war das einüben eines balinesischen Tanzes begleitet von Gamelan-Musik. Eine überaus anspruchsvolle Tätigkeit, bei der Körperbeherrschung, Konzentration und Fokussierung die entscheidenden Faktoren sind. Und genau das haben wir über den Hinduismus gelernt: Es gibt Tätigkeiten, die man in völliger Fokussierung und Loslösung der Umgebung ausübt. Das können Bewegungsübungen, Schreib- oder Handarbeitstätigkeiten, das Vorbereiten der Opfergaben und vieles mehr sein – all das fällt dann unter den Begriff des Yoga.

Aber nun genug der vielen Worte. All das in Worte zu fassen, was wir heute erlebt und an dem wir teilgenommen haben, würde jeden Rahmen sprengen. Daher gibt es heute viele Bilder und Videos zum Genießen.

Morgen werden unsere Händlerqualitäten auf einem traditionellen Markt gefragt sein, denn das Handeln gehört zum Einkauf dazu, wenn wir die Zutaten für unser Lunch besorgen und dieses auch selbst zubereiten werden.

Auf gute Geschäfte!