Montag, 22. August 2022. Am Flughafen Hamburg trudeln die ersten Teilnehmer des Austauschprojektes zwischen der SMPK2 Harapan Junior Highschool und dem Gymnasium Brunsbüttel ein.
Ziemlich genau zwei Jahre zuvor haben die Auswahltests für die Bewerber stattgefunden unter damals noch nicht abzuschätzenden Umständen. Die Schule hatte nach den Sommerferien gerade wieder ihre Tore geöffnet nach dem ersten Corona-Lockdown und alle am Austauschprojekt Beteiligten stand die Ratlosigkeit ins Gesicht geschrieben. Wann wird ein Austausch mit Bali wieder möglich sein? Welche Bedingungen werden herrschen? Wie lange werden die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus andauern? Fragen, auf die seinerzeit niemand eine Antwort wusste, und dennoch waren sich alle Verantwortlichen einig – Das Austauschprojekt muss in die zweite Runde gehen, ein „Abwarten“ und „Aussitzen“ würde jegliche Ambition zerstören.
So fanden unter besonderen Coronaschutzmaßnahmen die Auswahltests für die Teilnehmer am Austausch statt und am Ende des Tages war eine Gruppe gefunden. Die Vorbereitungen begannen: erste Annäherungen an die kulturellen und ökologischen Besonderheiten, Kontaktaufnahme mit den Austauschschülern auf balinesischer Seite, erste Reisevorbereitungen. Dass der Prozess der Vorbereitungen sich über zwei Jahre hinziehen sollte, hätte damals niemand vermutet.
Doch Schluss mit der Vergangenheit, Schluss mit der Ungewissheit, Schluss mit den Zweifeln. Die Gruppe erscheint vollzählig am Flughafen und spätestens mit dem Abheben der Maschine sind schlagartig alle Bedenken der letzten Tage verflogen – niemand fällt wegen einer Erkrankung aus, alle Dokumente sind vollständig, die Stimmung ist prächtig.
Ok, einzig Frau Groß hat sich dann doch bei der Anzahl der aufzugebenden Gepäckstücke verzählt und so muss dann doch ein wenig umgepackt werden. Alles kein Problem, wer ein solches Unterfangen auf sich nimmt, ist lösungsorientiert.
Der Flug verläuft ausgesprochen ruhig und nach einem kurzen Zwischenstopp in Dubai finden alle etwas Schlaf, der lediglich durch die zahlreichen Essensreichungen unterbrochen wird.
Der Weg ist nun nicht mehr weit und wir überqueren gerade den Äquator und in knapp zwei Stunden werden wir in Denpasar landen. Es ist bereits der 23.08.20222. Die Vorfreude, aber auch die Aufregung steigt. Endlich ein Wiedersehen mit Freunden bzw. das Kennenlernen von Angesicht zu Angesicht, nachdem bisher nur Videokonferenzen oder Chats möglich waren. Endlich das Erleben dürfen, auf das man so lange warten musste. Anfassen, Begreifen, Erfahren, Begehen – das geht nicht digital, das geht nur in der Realität! Das Programm, welches unsere Austauschpartner vorbereitet haben ist überwältigend und wir freuen uns, uns aus der Enge des Fliegers befreien zu können und nun endlich mit allen Sinnen das aufzunehmen, auf das wir uns schon so lange freuen.
Zwei Stunden später finden wir uns in der großen Empfangshalle des Flughafens in Denpasar wieder.
Der erste Checkpoint: sind die Corona-Impfungen vollständig. Zweiter Checkpoint: das Visum muss bezahlt werden. Auf zum dritten Checkpoint: die Pässe erhalten den Visumsstempel. Vierter Checkpoint: endlich finden wir unsere Koffer. Fünfter Checkpoint: die Zolldeklaration, die wir bereits in Hamburg per App ausfüllen mussten, wird kontrolliert. Sechster Checkpoint (warum eigentlich nur für mich?) Der Koffer wird nochmals mit Röntgenstrahlen durchleuchtet. Siebter Checkpoint …: nein, nun ist endlich alles kontrolliert, bezahlt und abgefertigt. Wir kommen nach draußen und werden von Kharisma und Elis, unseren beiden balinesischen Austauschlehrerinnen empfangen. Auch Dedit, der Mann von Kharisma ist da und hält ein großes Empfangsbanner in die Höhe. Ein Bus steht bereit und werden direkt in ein fantastisches, typisch balinesisches Lokal zum Abendessen gebracht. Keine Touristen finden sich dort, hier essen überwiegend die Einheimischen. Reis mit einer Fülle von äußerst schmackhaften, aber auch sehr scharfen Beilagen lässt uns schlagartig angekommen fühlen (Fisch, Garnelen, Hühnchen, Gemüse – alles im Wok zubereitet: einfach spitze!).
Anschließend geht es in unsere Unterkunft, in der wir die ersten beiden Nächte verbringen werden, bevor wir in den Nordwesten der Insel fahren, um dort die Korallenriffe und Mangrovenwälder kennenzulernen. Im Anschluss an diesen dreitägigen Ausflug geht es dann in die Familien.
Die Stimmung ist exzellent, alle freuen sich auf die tollen Erlebnisse der kommenden beiden Wochen, für die wir unseren Gastgebern, Professor Dr. Claus Nowak und Christa Limmer von der Professor Nowak-Stiftung und unserer Schule, dem Gymnasium Brunsbüttel, das so einen großen Austausch auch organisatorisch Stemmen muss, überaus dankbar sind.
Morgen geht es weiter, der Besuch unserer Partnerschule steht auf dem Programm, welche eine große Willkommenszeremonie für uns geplant hat.
Gute Nacht!







