Berichte von 09/2022

Donnerstag, 01.09.2022

Tirta Empul und Tampaksiring

Heute macht der Main-Blogger eine kleine Pause, da Ben Voß und Philip Monsees heute sehr gelungenen Texte über die Erlebnisse des Tages geschrieben haben. Vielen Dank dafür.

Hier nun der Bericht von Ben.

Nachdem wir unsere Sachen gepackt haben und aus unserer Unterkunft der letzten Tage ausgecheckt sind, haben wir uns auf den Weg zum Tirta Empul gemacht. Dies ist ein hinduistischer Wassertempel, der übersetzt Heilige Quellen heißt. Er befindet sich in der Nähe des Ortes Tampaksiring.

Aus dem Bus ausgestiegen wurden wir von einem riesigen und schön hergerichteten Grundstück voller Pflanzen und Tempelbauten überrascht. Vor dem Einlass in den Tempel musste jeder von uns einen Sarong anziehen. Das ist ein bunter indonesischer Rock, den man sich um die Hüfte bindet. Der Grund dafür ist der Respekt und die Höflichkeit, aber vor allem die vorgeschriebene Tradition des Hinduismus bei Tempelbesuchen. Im Tempel angekommen hatten wir nun die Chance das traditionelle Melukat-Ritual mitzumachen. Bei diesem Ritual möchte man seinen Körper und Geist reinigen sowie seine Seele erfrischen und von jeglicher negativen Energie befreien. Zudem soll es auch nicht medizinische Krankheiten heilen. Das Ritual kann man durchführen, egal welcher Religion man angehört oder an welchen Gott man glaubt.

Das Ritual begann bereits bevor wir überhaupt das Wasser betreten haben, denn zuerst mussten wir im inneren Tempelhof beten, damit wir unseren Geist befreien und uns selbst auf Gott und die Natur fokussieren.

Danach ging es in den zentralen Tempelhof. Er besteht aus zwei Pools, die mit heiligem Wasser befüllt sind, dessen Quelle der Pakerisan-Fluss östlich des Tempels ist.

Dort haben wir sehr viele Leute gesehen, die vor allem indonesisch waren. Es herrschte ziemlich viel Lärm. Das Wasser hat sich zuerst ziemlich kalt angefühlt, aber es wurde immer angenehmer. Wir haben es auf etwa 15 Grad Celsius geschätzt. Nun ging das Ritual weiter, denn es gab insgesamt 22 heilige Quellen. Davon durften wir 14 benutzen, denn von den anderen acht waren zwei dafür da, Flüche zu brechen, und sechs nur für Hindus vorbestimmt. Kurz bevor wir zu den Quellen kamen, haben uns unsere balinesischen Freunde nun noch mal genau erklärt, was wir machen müssen.

Zuerst haben wir uns dreimal das Gesicht gewaschen, dreimal Wasser aus dem Mund ausspucken und dreimal das Wasser trinken. Als letztes hat man sich die Haare gewaschen und dabei Gott gedankt. Bei der letzten Quelle hat man sich zum Schluss noch etwas gewünscht.

Ich muss gestehen, während des Rituals habe ich mich wirklich fokussiert und sehr entspannt gefühlt. Den Lärm der Menschenmasse habe ich komplett ausgeblendet. Hätte ich die Möglichkeit das Ritual zu wiederholen, würde ich es jederzeit machen. Selbst jetzt spüre ich es noch. Ich bin wirklich froh, diese Chance genutzt zu haben.

 

Und hier auch der Erfahrungsbericht von Philip Monsees

Heute ist der 1. September 2022 und wir begannen diesen Tag mit dem Besuch eines Hinduistischen Tempels. Um diesen Tempel überhaupt betreten zu können, mussten wir unseren Unterkörper mit einem Sarong bedecken.

Im Tempel angelangt war ich überwältigt von der Natur und dem Tempel selbst. Es war eine große Anlage mit vielen offenen Gebäuden und 3 Becken mit heiligem Quellwasser.

Wir konnten, obwohl wir selbst keine Hindu sind, an einer wirklich einzigartigen Zeremonie teilnehmen. Diese war freiwillig und sieben von uns (vier Deutsche und drei unserer Austauschpartner) haben sich dazu entschieden teilzunehmen. Der Sinn der Zeremonie ist, seinen Körper und seine Seele zu reinigen. Wir und alle, die nicht an der Zeremonie teilnahmen, haben zudem auch noch einige allgemeine Informationen von einem Tempelführer erhalten, derauch Teile der Zeremonie gezeigt hat.

Da Riyu (einer unserer Austauschpartner) schon einmal diese Zeremonie durchgeführt hat, war er derjenige, der uns alles gezeigt hat. Man startet im 1. Becken und stellt sich in einer Reihe auf. An Der Wand sind Vorrichtungen aus denen das heilige Wasser kommt. Wenn man vor diesen Vorrichtungen steht, fängt man an mit einem Gebet, dies ist ganz simpel. Man sagt einfach dreimal „Um“ in seinen Gedanken. Dann wäscht man sich dreimal das Gesicht, spuckt dreimal das Wasser aus, trinkt es dreimal und zum Schluss hält man seinen Kopf unter den Wasserstrahl. Das Ganze macht man dann an mehreren Stationen und bei der letzten darf man noch einen Wünsch äußern. Was mir bei dem Alledem aufgefallen ist, dass es, wenn man wirklich in seinen Inneren war, alles um einen still wurde, obwohl es in Wirklichkeit sehr laut war.

Mein Fazit: Ich bin sehr dankbar, dass ich heute diesen Tempel besucht habe und ich habe mir vorgenommen, wenn ich nochmal hier sein sollte, werden ich wieder an der Zeremonie teilnehmen.

Morgen besuchen wir die Berufsschule der Harapan-Stiftung, auf die auch schon einige unserer balinesischen Gastschüler gehen (sie sind auf Grund von der coronabedingten Pause einfach aus der Junior-Highschool herausgewachsen). Auch der Besuch des Hauptsitzes der Harapan-Stiftung in Denpasar und Souvenirs-Schoppen steht auf dem Programm.

See you tomorrow!

Freitag, 02.09.2022

Es geht um die Bildung!

Und um die Bildung ging es am heutigen Tage in der Tat. Bildung ist ein Prozess, der sich vom frühesten Kindesalter bis zum Ende der Schulzeit oder des Studiums erstreckt. Bei manchen Menschen dauert dieser Prozess sogar ein Leben lang. Man spricht dann wohl vom lebenslangen Lernen.

Der heutige Tag stand ganz im Zeichen der unterschiedlichsten Bildungsformen, die sich unter dem Dach der christlichen Harapan-Stiftung befinden. Diese Stiftung untersteht direkt dem zuständigen Bischof und hat auf Bali gleich mehrere Schulstandorte privater/christlicher Trägerschaft. Eine dieser Schulen ist unsere Austauschschule in Untal-Untal im Distrikt Badung. Diese Schule ist eine Junior-Highschool und beschult etwa 600 Schülerinnen und Schüler der siebten bis neunten Klasse.

Heute hatten wir die Gelegenheit auch weitere Schulen der Harapan-Stiftung zu besuchen. Eine dieser Schulen ist eine Berufsschule und befindet sich unweit unserer Partnerschule. Auf Grund der coronabedingten Zwangspause für unseren Austausch gehen bereits einige unserer Partnerschüler, die vor zwei Jahren für das Projekt ausgewählt wurden, auf diese Schule.

Bei unserer Ankunft in der Berufsschule wurden wir mit allen Ehren empfangen. Die Schulleitung stand Spalier, jeder bekam eine Frangipaniblüte in das Haar gesteckt und die balinesischen Tänzerinnen tanzten für uns, was ein wirklich sehr großes Geschenk ist, denn allein das Zurechtmachen der Haare und der Schminke nimmt mehrere Stunden in Anspruch.

Das Berufsbildungssystem hier auf Bali unterscheidet sich dahingehend, dass die Schülerinnen und Schüler in der Schule in allen praktischen Dingen ausgebildet werden. So finden sich in der Schule neben gut ausgestatteten Computerräumen für IT- und Medienberufe auch mehrere Küchen, eine Wäscherei, mehrere Hotelzimmer samt Lobby und Rezeption und natürlich ein Speisesaal. Die Schülerinnen und Schüler lernen also ihr Handwerkszeug zunächst „von der Pike auf“ direkt in der Schule, bevor sie in einen echten Betrieb, z. B. eine Wäscherei oder einen Hotel- oder Gastronomiebetrieb, gehen. Das ist ein deutlicher Unterschied zu unserem deutschen dualen Ausbildungssystem, in dem der theoretische Teil in der Schule stattfindet und die Praxis von Beginn an in einem Betrieb.

Wir sind unglaublich gastfreundlich aufgenommen worden. Die Führung durch die Schule endete in einem vollausgestatteten Übungsrestaurant, in dem uns die angehenden Köche ihre Speisen kredenzten. Nach dem Speisen sind wir zum Tanz eingeladen und reichlich beschenkt worden.

Unsere nächste Station war die Schule in Denpasar, in der vom Kindergarten bis zur Senior-Highschool und Berufsschule etwa 5000 Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden. Mit ihren wunderschön bewachsenen Fassaden und einer eigenen Kirche macht sie wirklich einen großartigen Eindruck. Auch auf diese Schule gehen bereits einige unserer Austauschschüler, die uns dann auch in ihren Klassen vorgestellt haben.

An diesem Standort befindet sich auch der Sitz der Harapan-Stiftung, die unser Projekt finanziell stark unterstützt und bereit ist, dieses Austauschprojekt für die nächsten Jahre festzuschreiben. Die notwendigen Verträge werden wir am Montag im feierlichen Rahmen unserer großen Verabschiedungszeremonie unterzeichnen – einfach grandios!

Auch bei diesem Besuch wurden uns alle Ehren zu Teil und es ergab sich die Gelegenheit, dem Vorsitzenden der Harapan-Stiftung unseren großen Dank auszusprechen und ein Gastgeschenk zu überreichen.

Ich habe mich heute sehr darüber gefreut, viele wunderbare Menschen und Kollegen kennenzulernen, die ihren Beruf mindestens genauso lieben wie wir. Ganz besonders habe ich mich über das Wiedersehen mit Abed gefreut, der vor drei Jahren bei unserem ersten Austausch teilgenommen hat und mittlerweile Vorsitzender der Schülerschaft an dieser Schule ist – so schön!

Nach unseren Schulexkursionen haben wir den Tag beim Souvenirs-Schoppen ausklingen lassen. Was dabei alles eingekauft wurde, bleibt natürlich noch ein Geheimnis. Aber so viel sei gesagt, dieser Laden übertrifft unsere Vorstellungen. Eine Verkaufsfläche wie bei Ikea und es gibt dort nichts, was es nicht gibt, und garantiert von Bali oder aus Indonesien.

Morgen verlegen wir ein letztes Mal unseren Aufenthaltsort für eine Nacht mitten in das Herz Balis, in das traditionelle Dorf Rumah Desa, wo wir das traditionelle balinesische Leben kennenlernen werden. Bei dem Gedanken daran, dass es unsere letzte große Aktivität ist, ist heute bereits bei uns allen Wehmut aufgekommen, denn wir fühlen uns wirklich an- und aufgenommen als Teile unserer balinesischen Gastfamilien. Vielen Dank für diese gelebte Nächstenliebe!

Man sieht, äh, liest sich!

Samstag, 03.09.2022

Rumah Desa - Leben im traditionellen Dorf

Wer glaubt, dass das Leben auf dem Land langweilig oder eintönig ist, der irrt sich gewaltig.

Heute führte unser Weg nach Rumah Desa, ein Dorf Mitten im Herzen Balis umgeben von Reisfeldern in idyllischer Lage. Rumah Desa heißt übersetzt „Haus in einem Dorf“ und genau das wird hier in allen Details gezeigt. Angefangen vom Aufbau der gesamten Hausanlage, zu der viele kleine Gebäude gehören. Hierzu zählen natürlich ein Tempel, Wohnstätten, Lager für Reis und das „Reproduktion House“. Jeder mag sich selbst sein Urteil über die Funktion dieses Gebäudes machen, aber so viel sei gesagt: dort gibt es kein Fernsehen, kein Internet, keine Büche – nur ein Bett.

Darüber hinaus haben wir heute Einblicke in die balinesische Schrift und Sprache erhalten, den Reisacker bereitet und Reispflanzen gesetzt, Kokosnüsse geöffnet, Kokosraspel gemacht, um aus diesen das wertvolle Kokosöl heraus zu koch. Wir haben gesehen, wie balinesisches Essen und Medizin zubereitet wird – die Verfahren unterscheiden sich gar nicht zu weit voneinander. Auch die Vorberietung der täglichen Opfergaben stand auf der Agenda.

Das wirklich außergewöhnliche zum modernen Leben in den Städten ist jedoch, dass die traditionellen Hausgemeinschaften die komplette Familie angefangen von den (UR-) Großeltern bis hin zu allen (Ur-) Enkeln umfasst. In dieser Hausgemeinschaft leben zurzeit 39 Menschen (natürlich nicht immer, da auch hier der Wandel in der Gesellschaft nicht vorübergegangen ist und somit einige auch Wohnstätten in der Stadt haben). Die Anlage ist so groß und weitläufig, dass sie die gesamte Hausgemeinschaft ernähren kann. Es gibt Bananenbäume, Kakaopflanzen, verschiedenste Fruchtarten, Kokospalmen und natürlich auch einige Reisfelder, auf denen drei Ernten im Jahr eingebracht werden können – pro Feld wohlgemerkt. Möglich wird dieses durch das ausgeklügelte Bewässerungssystem (Subak), welches von den Wasserspeichern der Vulkanseen gespeist wird, und natürlich das tropische Klima.

Ein großes Highlight des Tages war das einüben eines balinesischen Tanzes begleitet von Gamelan-Musik. Eine überaus anspruchsvolle Tätigkeit, bei der Körperbeherrschung, Konzentration und Fokussierung die entscheidenden Faktoren sind. Und genau das haben wir über den Hinduismus gelernt: Es gibt Tätigkeiten, die man in völliger Fokussierung und Loslösung der Umgebung ausübt. Das können Bewegungsübungen, Schreib- oder Handarbeitstätigkeiten, das Vorbereiten der Opfergaben und vieles mehr sein – all das fällt dann unter den Begriff des Yoga.

Aber nun genug der vielen Worte. All das in Worte zu fassen, was wir heute erlebt und an dem wir teilgenommen haben, würde jeden Rahmen sprengen. Daher gibt es heute viele Bilder und Videos zum Genießen.

Morgen werden unsere Händlerqualitäten auf einem traditionellen Markt gefragt sein, denn das Handeln gehört zum Einkauf dazu, wenn wir die Zutaten für unser Lunch besorgen und dieses auch selbst zubereiten werden.

Auf gute Geschäfte!

Sonntag, 04.09.2022

Rumah Desa - vom Feld auf den Tisch

Heute begrüßte uns wieder einmal ein herrlicher Morgen. Die Stimmung im nächtlichen Matratzenlager war prächtig. Einzig Jula, Cheyenne und Nicole fühlten sich heute nicht ganz so gut und daher traten sie ein Schritt kürzer und ruhten sich viel aus. Die vielen Eindrücke und Erfahrungen wollen auch erst einmal alle verarbeitet werden. Morgen sieht die Welt schon wieder anders aus!

Wir verließen Rumah Desa, um auf einem nahegelegenen Markt all die Zutaten zu besorgen, die wir für die Zubereitung unseres gemeinsamen Mittagessens benötigten. Die Gruppe wurde in zwei Teile aufgeteilt und im Nu waren alle Zutaten unter Heraushandeln des besten Preises besorgt, denn das Handeln ist hier ein sozial-kommunikativer Prozess, der zu jedem Geschäft dazugehört. Der Besuch eines traditionellen Marktes ist wirklich eine besondere Erfahrung für alle Sinne – so viel zu sehen, so viele Gerüche – wirklich außergewöhnlich.

Zurück in Rumah Desa ging es gleich unter fachkundiger Anleitung an die Zubereitung. Es wurden Beilagen, Sate-Spieße und andere Fleischkreationen gezaubert. Und natürlich durfte der Reis auch nicht fehlen, schließlich durften wir gestern ja beim Anpflanzen selbst aktiv sein. Zum Lunch durften wir dann unser Werk kosten und alle waren sich einig, dass es ausgesprochen gelungen ist.

Leider endetet hiermit auch schon wieder die schöne Zeit in Rumah Desa, wo wir so herzlich empfangen und in die Gemeinschaft integriert wurden. Insgesamt lässt sich sagen, dass der Besuch in Rumah Desa ein grandioses Finale unseres Aufenthaltes auf Bali dargestellt hat, denn den dort konnten wir sehr viele zuvor schon kennengelernte Besonderheiten des balinesischen Lebens ganz aktiv miterleben. Ein wirklich wunderbarer Abschluss einer wunderbaren Zeit mit einer Gruppe, die unfassbar schnell zueinander gefunden hat und Altersunterschiede Religion oder Herkunft niemals eine Rolle gespielt haben. Kharisma und Elis, unsere balinesischen Kolleginnen, haben mit ihrem Programm eine Choreographie geschaffen, die einfach alle in ihren Bann gezogen hat – perfekt!

Auch wenn die Zeit in Rumah Desa zu Ende ging, so war der Tag noch jung und wir sollten noch einige weitere großartige Besonderheiten Balis kennenlernen. Ein wirklich beeindruckendes Heiligtum suchten wir unweit von Rumah Desa auf. Ein riesiger Eukalyptusbaum, mitten in einem Dorf, als Überbleibsel des ursprünglichen Tropenwaldes, der der wachsenden Bevölkerung und dem damit verbundenen Reisanbau weichen musste. Aus Dankbarkeit für dieses Monument der Natur verehren die Hinduisten diesen Baum. Übermächtig steht er da, die Brettwurzel breit und standfest auf dem Boden gegründet. Diese Wurzelform ist sehr typisch für die Bäume der Tropen, da sie durch den rasanten Umsatz von Biomasse in der Tiefe kaum Nährstoffe finden. Daher wurzeln sie flach und breit.

Nach kurzer Weiterfahrt dann doch ein eher trauriger, aber dennoch sehr denkwürdiger Ort, an dem der gefallen Soldaten des Unabhängigkeitskrieges (1945-1949) gedacht wird. Neben einem großen Denkmal für den Anführer der balinesischen Soldaten wurden im Perjuangan Margarana Monument auch alle Soldaten namentlich auf Gedenksteinen verewigt. Ein wirklich beeindruckender Ort dessen Wirkung tief unter die Haut geht.

Unser letzter Stopp an diesem Tag führte uns nach Jatiluwih zum einem Weltnaturerbe der UNESCO, denn Bali ist nicht nur für seinen Reisanbau bekannt, sondern die Perfektion des Terrassenanbaus und die ausgeklügelte Bewässerungstechnik sind überaus bemerkenswert. Jede Terrasse, jedes Feld kann durch Graben- und Kanalsysteme je nach Bedarf bewässert werden. Das ist Effektiv, nutzt die vorhandenen Ressourcen optimal aus und schont diese dabei, da ein verschwenderischer Umgang vermieden wird. Jeder Reisanbauer hat ein Anrecht auf eine ausreichende Bewässerung, so dass er für seinen Lebensunterhalt und für den seiner Familie sorgen kann. Ein Beispiel für echte Nachhaltigkeit!

Unser Tag endetet in der Dunkelheit und niemand kann eine gewisse Erschöpfung leugnen. Das ist auch aber überhaupt nicht negativ gemeint, da wir in den vergangenen zwei Wochen unglaublich viel erleben, erfahren, begreifen, erfühlen und erschmecken durften. Wir sind angefüllt von der Herzlichkeit der Menschen und zutiefst dankbar für jeden einzelnen Augenblick.

Morgen heißt es ein letztes Mal die Koffer packen, denn wir müssen uns leider schon wieder verabschieden. Gern wären wir noch geblieben und nur die Aussicht auf das baldige Wiedersehen unserer balinesischen Freunde beim Gegenbesuch in Deutschland tröstet uns. Aber bevor wir gehen, werden wir noch mit höchsten Ehren verabschiedet werden, allein der Anblick des riesigen Festzeltes, welches in unserer Abwesenheit über das Wochenende auf dem Schulhof unserer Partnerschule aufgebaut wurde, lässt uns ehrfürchtig staunen. Das wird bestimmt ein großes Fest zu unseren Ehren.

Mögen die Festivitäten beginnen!     

Montag, 05.09.2022

Auf Wiedersehen!

Dass dieser Tag, an dem man Abschied nehmen muss, einmal kommen wird, war uns allen von Anfang an bewusst. Dass er dann doch gefühlt so schnell da ist, das hat uns dann doch überrascht.

Wir sind nun bereits 14 Tage hier und die Zeit verging unfassbar schnell, trotz der vielen Aktivitäten und Erlebnisse oder gerade wegen dieser? Diese Frage wird wohl auf ewig ungeklärt bleiben, was aber auch völlig egal ist. Die vergangenen 14 Tage haben etwas mit uns gemacht, mit jedem von uns persönlich, denn wir sind so sehr beschenkt, bereichert und begeistert worden, dass man dies kaum in Worte fassen kann. Gerne wollen wir davon in unseren Familien oder bei unseren Freunden berichten und ein Stück von dem abgeben, was uns geschenkt wurde.

Die heutige Abschiedszeremonie zu unseren Ehren spiegelte noch einmal die riesige Gastfreundschaft, die offenherzige Aufnahme und Fürsorge in den Familien und das hervorragend ausgearbeitete Programm, welches uns so viele Facetten Balis gezeigt hat und uns am Leben partizipieren ließ, wieder. Aber diese Zeremonie zeigte auch die sehr hohe Wichtigkeit für unsere Partnerschule, für die zugehörige Harapan-Stiftung und die gesamte Region. Daher waren auch der Bildungsminister der Region Badung, der Bischof der christlich-protestantischen Kirche, die Vorsitzenden der Harapan-Stiftung und viele weitere Ehrengäste geladen.

Es wurden Reden gehalten, die immer wieder zum Ausdruck brachten, dass wir die momentanen und zukünftigen Probleme in der Welt nur im Dialog angehen können. Dazu bedarf es des Austausches und der Kenntnis über kulturelle und ökologische Besonderheiten – und genau damit haben wir (vielleicht ein bisschen wie Chris Brown mit den Schildkröten) im Kleinen begonnen. Wir sind gespannt, was sich hieraus entwickelt.

Aber nicht nur Reden wurden auf dem Abschiedsfest gehalten. Bunte Tanz- und Musikeinlagen lockerten das Programm auf und auch wir hatten unseren Auftritt beim Gamelan-Spielen und Halten unserer Dankesreden. Denn unsere Dankbarkeit für jeden erlebten Moment ist grenzenlos – Thank you so much, Dankeschön, Terima Kasih, Suksuma!!!

Ein ganz wichtiger Bereich soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben und das ist die Fortführung dieses großartigen Austauschprogramms. Es freut mich zu berichten, dass alle beteiligten Parteien heute eine Vereinbarung unterzeichnet haben, die die Fortführung des Austausches um weitere 4 Jahre sichert. Darüber hinaus wird auf Seiten der Harapan-Schulen die Teilnahme von Schülern der Berufsschule und der Senior-Highschool ermöglicht, sofern diese zuvor die SMPK2 Harapan Junior-Highschool besucht haben.

Nach der Zeremonie gab es ein reichliches Mahl und es war noch ein wenig Zeit, Gespräche mit den Gasteltern zu führen oder die unzähligen Abschiedsgeschenke in den Koffern zu verstauen.

Ganz besonders habe ich mich gefreut, dass die Austauschgruppe aus dem Jahr 2019 vollzählig an der Zeremonie teilgenommen hat – Es war so schön, euch wiederzusehen! Alles Gute weiterhin für euch!

Dann ging es los zum Flughafen, wo noch einmal alle Eltern, Schüler, der Schulleiter, Kharisma und Elis zu einem letzten Abschiedsfoto zusammenkamen. Der Abschied war dann sehr ergreifend und rührend. Auch wenn wir unsere Austauschpartner in zwei Wochen bei uns begrüßen dürfen, der Abschied von dieser wundervollen Insel, der Abschied von den Freunden, der Abschied von den Familien und der Abschied von dieser wunderschönen Zeit ist an niemandem spurlos vorübergegangen.

Mittlerweile befinden wir uns bereits kurz vor der Landung in Dubai Es ist bereits Dienstag, der 6.9.2022. Alle haben ein wenig geschlafen und sind zu Ruhe gekommen. Einige von uns sind sehr erschöpft, aber dennoch überglücklich über das Erlebte.

Sobald wir wieder zu Hause angekommen sind, wird es noch einen letzten kleinen Blogeintrag geben.

Also, auf zur letzten Etappe!      

Dienstag, 06.09.2022

Angekommen!

Wir sind wieder zu Hause! Von Dubai aus war es dann nur noch ein Katzensprung bis zurück nach Hamburg. Wir sind alle glücklich, unsere Lieben in die Arme zuschließen, von dem Erlebten zu erzählen und auszuruhen.

Alle sind wohlbehalten zurückgekehrt, niemand hat sich ernsthaft verletzt oder ist schlimm erkrankt. Das ist die Hauptsache und macht uns Lehrer sehr sehr glücklich. Wir sind sehr dankbar dafür, dass die Eltern uns ihre Kinder anvertraut haben und freuen uns über so unglaublich viele Erlebnisse.

Vielen Dank an alle, die zum Erfolg unseres Besuches auf Bali mitgewirkt haben. Insbesondere an Professor Dr. Claus Nowak und Frau Christa Limmer von der Professor-Nowak-Stiftung, an unsere Schulleitung, die Frau Groß und mir diese Fahrt zugetraut haben und in allen Belangen unterstützt haben, an unsere Kolleginnen und Kollegen, die in unserer Abwesenheit unsere Klassen betreut haben, an die Eltern unserer Austauschüler und nicht zuletzt an Herrn Bürgermeister Schmedtje, der sich im besonderen Maße für den in zwei Wochen beginnenden Gegenbesuch eingesetzt hat.

Schließlich möchte ich mich bei allen Leserinnen und Lesern dieses Blogs für das sehr große Interesse an unseren Aktivitäten auf Bali bedanken. Fast 800mal ist dieser Blog in den vergangenen zwei Wochen besucht worden – ganz lieben Dank dafür. Es hat mir immer viel Freude bereitet von den Tageshighlights zu berichten. Dadurch ist auch mir das Erlebte noch einmal nähergekommen und diese Eindrücke habe ich gerne geteilt.

Nun bleibt mir nur, noch diesen Blog zu schließen und mich auf das nächste „Adventure Abroad“ zu freuen. Aber zuvor freuen wir uns auf ein baldiges Wiedersehen mit unseren Freunden beim Gegenbesuch!

Selamat tinggal – Auf Wiedersehen!